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So lassen sich Pilze erfolgreich behandeln

So lästig Pilze im Darm sind, sie lassen sich mit einer relativ einfachen Therapie von dort wieder vertreiben. Diese Anti-Pilz-Behandlung muß immer auf zwei Säulen ruhen, sagen pilzkundige Therapeuten: den Medikamenten und einer bestimmten Ernährungsform, der "Anti-Pilz-Diät".
Leider sind die unterschiedlichsten Therapieschemata im Umlauf, wie denn Pilze angeblich am besten wegzubekommen seien. Die einen empfehlen nur eine Diät, die anderen verschreiben zweifelhafte, selbstgemischte Pülverchen zum Schlucken.

Im folgenden finden Sie die am besten abgesicherte Behandlungsempfehlung für Pilzinfektionen des Verdauungstraktes. Das Medikamentenschema entstammt dem Ärzte-Fachbuch "Mykosen des Verdauungstraktes", von Professor Siegfried Nolting. Er ist Präsident der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft, dem Fachverband der pilzkundigen Wissenschaftler in Deutschland.

Ohne Medikamente keine Heilung

Pilze sitzen nicht nur im Darm, sondern besiedeln immer den gesamten Verdauungstrakt. Das heißt, daß sich die ersten Mikroben schon im Mund tummeln. Wenn sie ausschließlich Tabletten gegen die Pilze einnehmen, sanieren Sie also nur den Darm. Dann bleibt die Mundhöhle ein Pilzparadies und Sie schlucken immer wieder neue hinunter.

Sobald Sie dann die Tabletten nicht mehr nehmen, breiten sich von dort oben die Pilze wieder aus. Deshalb gibt es die Anti-Pilz-Wirkstoffe auch in flüssiger Form. Diese müssen Sie möglichst lange im Mund behalten, durch die Zähne ziehen und in ganz kleinen Portionen schlucken. Am besten tun Sie dies im Liegen, denn dann berührt die Substanz auch die Wände der Speiseröhre gut, auch dort leben Pilze.

So sieht ein wissenschaftlich abgesichertes Therapieschema gegen Pilze aus:
Sowohl 4-6 mal täglich nach den Mahlzeiten Nystatin-Flüssigkeit (alternativ: 4 mal Amphotericin B-Suspension (1ml) oder -Lutschtabletten / Natamycin-Lutschtabletten)
als auch 3 - 4 mal täglich nach den Mahlzeiten zwei Tabletten Nystatin über drei Wochen. Alternativ: Natamycin Dragees morgens und mittags 1 Dragee, abends 2 Dragees oder Amphotericin B 4 mal täglich eine Tablette.

Die Alternativempfehlungen sind zur Nystatinbehandlung durchaus gleichwertig. Die Dauer der Therapie hängt von Klinik und Laborbefund ab. Sie kann bei hartnäckigem Befall durchaus verlängert werden.

Die genannten Wirkstoffe Nystatin, Amphotericin B und Natamycin wirken ausschließlich im Darm, da sie nicht durch die Darmschleimhaut passen. Sitzen Pilze auch in anderen Organen wie etwa der Blase, können sie deshalb dort nicht wirken. Dann verschreiben Mediziner Medikamente, die im ganzen Körper zirkulieren können. Diese "systemischen" Medikamente enthalten meist die Wirkstoffe Fluconazol oder Itraconazol. Beide werden auch manchmal zur Behandlung gegen hartnäckige Nagelpilze eingesetzt.

Diese Wirkstoffe können - anders als Nystatin, Amphotericin B oder Natamycin, bei manchen auch unerwünschte Wirkungen wie etwa Magenschmerzen haben.

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